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Landwirte produzieren Energie
Osterwohle/Bom- beck (cs). In Bombeck tut sich was. Das Blockheizkraftwerk summt leise, die nagelneue Biogasanlage in der Nachbarschaft zum Schweinezuchtbetrieb und in Sichtweite der Ortslage steht kurz vor der Inbetriebnahme und an den neuen Silos werden die letzten Befestigungsarbeiten erledigt.
Der Bauer als Energiewirt, das ist in Bombeck keine Vision mehr, sondern Realität.
Wie Roland Niewerth, Geschäftsführer der Osterwohler Schweinezucht GmbH erläutert, wird derzeit ein Gemisch von 2500 Kubikmeter Schweinegülle und Mais im Fermenter auf eine Temperatur erwärmt, in der sich Bakterien wohl fühlen und mit dem Gärprozess beginnen. Die Anlage aus Fermenter, Nachgärer und Endlager soll künftig über das 500 Kilowatt Blockheizkraftwerk (BHKW) aus Gülle und nachwachsenden Rohstoffen Strom erzeugen. Doch für den Betrieb mindestens genauso wichtig ist die entstehende Abwärme. ,,Ein Drittel der Wärme benötigen wir für den Fermenter , mit den restlichen zwei Dritteln beheizen wir den Schweinestall und eine Getreidehalle, die gleich hinter dem Fermenter steht,“ erklärt der Fachmann. ,,Bisher hatten wir für unsere Ställe 50.000 Euro Heizkosten im Jahr. Die Sparen wir nun durch die im BHKW erzeugte Wärme ein“, ist Niewerth erleichtert.
Direkt neben der Biogasanlage steht ein Sauenzuchtbetrieb mit 10.000 Tieren, der für die PIC Deutschland Jungsauen vermehrt, die weltweit vertrieben werden. 25 Ferkel pro Jahr werden von den 1000 Stammsauen geworfen und mit rund 100 Kilogramm werden die Tiere nach rund 195 Tagen verkauft. Vor diesem Hintergrund bot sich die Biogasanlage einfach an, weil sowohl Energie als auch Wärme nutzbringend und umweltfreundlich eingesetzt werden können. Die Heizkostenersparnis ist auch ausschlaggebend dafür, dass sich die Biogasanlage in kurzer Zeit rentiert haben wird.
In einer zweiten Ausbaustufe könnte der Betrieb, der auch einen Kuhstall mit 160 Kühen sowie eigener Nachzucht betreibt, ein zweites Blockheizkraftwerk errichten, um damit auf der Basis von Gülle und Mais bei Bedarf auch das nahe gelegene Dorf mit Fernwärme zu versorgen. ,,Das ist für die Bürger auf jeden Fall günstiger als Gas und Öl“, verdeutlicht Niewerth. Ebenfalls gut für Anwohner: Gülle, die zuvor zu Biogas vergoren wurde, stinkt längst nicht mehr so stark. ,,Das riecht ganz anders und hat mit Güllegeruch eigentlich nichts mehr zu tun“, verdeutlicht der Geschäftsführer.
Für Frank Jürges, der als Leiter der Pflanzenproduktion auch für die Bewirtschaftung von 1000 Hektar Land und den Anbau von Roggen, Raps, Rüben, Mais und Gerste zuständig ist, kommt mit der Biogasanlage eine ganze Portion Arbeit hinzu. Aber Niewerth, der seit 1997 Chef der Osterwohler Schweinezucht GmbH ist und sich vom Melker über den Meister und Argraringenieur hochgearbeitet hat sowie seine 28 Mitarbeiter , inklusive Teilzeitbeschäftigte und Lehrlinge, blicken mit ihrem Betriebskonzept optimistisch in die Zukunft.
Foto:
1. Frank Jürges und Roland Niewerth erzeugen aus Gülle und nachwachsenden Rohstoffen mit der neuen Biogasanlage umweltfreundlich Energie und Wärme.
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