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Troja-Pferd kommt nach Stendal

Stendal (dm). Das große hölzerne trojanische Pferd, mit dem die Stadt Braunschweig für die Ausstellung „Troja – zwischen Traum und Wirklichkeit“ warb, kommt nach Stendal. Noch lagert der Koloss in Einzelteile zerlegt, in Niedersachsen. Im Frühjahr soll er am Stendaler Winckelmann-Museum aufgebaut werden und Touristen anlocken.
Hauptinitiator des Projektes ist Prof. Hans-Jürgen Kaschade, Mitglied der Winckelmann-Gesellschaft und des Museums-Vorstandes. Bei Museumsleiterin Dr. Stephanie-Gerrit Bruer stieß Kaschade mit seiner Idee auf offene Ohren. Problematisch allein die Finanzierung des Projektes. Insgesamt sind dafür rund 155000 Euro nötig. Doch auch dies ist jetzt geklärt. Das Land schießt 25000 Euro zu. Den Hauptanteil – rund 50 Prozent – trägt die Lotto-Toto-Gesellschaft. Einen Zuschuss hat auch die Winckelmann-Gesellschaft bewilligt. Und den „Rest“ zahlt Prof. Kaschade aus seinem privaten Portmonee. Ein Engagement, von dem die Museumsleiterin hofft, dass es – nicht nur in Stendal – Schule macht.
Von den 155000 Euro erhält etwa 72000 Euro die Stadt Braunschweig als Kaufpreis für das Pferd. Den großen Rest verschlingen der Transport und das Aufstellen des 15 Meter hohen und 13 Meter langen Kolosses. Um das trojanisches Pferd in die Altmark zu holen, sind allein acht Tieflader nötig, erläutert Bruer. Wann das Pferd der Öffentlichkeit zugänglich sein wird, steht noch nicht genau fest. Auf dem Museumsgelände müssen noch Schuppen und Garagen abgerissen werden. Außerdem ist ein Fundament, auf dem der Koloss sicheren Stand findet, erforderlich.
Das trojanische Pferd soll nicht nur Besucher anlocken. Es soll auch für die museumspädagogische Arbeit genutzt werden. Denn im Inneren der Holz-Metall-Konstruktion finden bis zu 30 Personen Platz. Das Museum will dort Vorträge, Lesungen und Ausstellungen anbieten. Themen könnten beispielsweise die antike Mythologie sein oder die griechische Götterwelt und natürlich die enge Verbindung zwischen Johann Joachim Winckelmann, dem Begründer der klassischen Archäologie, und dem wahrscheinlich etwa 1000 Jahre vor ihm lebenden Dichter Homer. Denn in dessen Werken Ilias und Odyssee hat der Altmärker begeistert gelesen.

15.11.2002

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